Technikerin bedient ein Tablet neben einem silber-blauen, gelenkigen Industrieroboterarm in einer Werkhalle.

Robots, Cobots und die Kosten

Was kosten kollaborierende Roboter (Cobots) oder Automatisierungslösungen auf Basis klassischer Industrieroboter?

Die Automation industrieller Prozesse ist längst nicht mehr ausschließlich Großunternehmen vorbehalten. Immer mehr kleine und mittelständische Betriebe setzen gezielt auf Robotik, um ihre Fertigung flexibler, effizienter und zukunftssicher zu gestalten. Dabei rückt vor allem ein Robotertyp zunehmend in den Mittelpunkt: kollaborative Roboter, auch Cobots genannt. Im Vergleich zu klassischen Industrierobotern bieten sie nicht nur eine hohe Anpassungsfähigkeit, sondern auch ein interessantes Kosten-Nutzen-Verhältnis – insbesondere bei wiederkehrenden manuellen Tätigkeiten.

Viele Unternehmen fragen sich dennoch zu Beginn eines Automatisierungsprojekts: Wie hoch sind die tatsächlichen Anschaffungskosten eines Cobots? Und wann zahlt sich die Investition im Vergleich mit klassischen Systemen besonders aus?

Cobots und klassische Industrieroboter im Vergleich

Flexibilität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit in einem System

Cobots unterscheiden sich in mehreren wesentlichen Punkten von traditionellen Industrierobotern. Während herkömmliche Roboter meist durch Schutzumhausungen vom Menschen getrennt arbeiten, sind Cobots speziell für den sicheren und direkten Kontakt mit menschlichen Anwendern konzipiert. Sie lassen sich oft ohne aufwändige Umbaumaßnahmen in bestehende Fertigungslinien integrieren und benötigen im Vergleich geringere Anschaffungskosten, vor allem wenn man zusätzliche Investitionen in Sicherheitsvorrichtungen einbezieht.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Programmierung: Cobots lassen sich in vielen Fällen deutlich einfacher und intuitiver programmieren als komplexe Industrieroboter – ein klarer Vorteil für Unternehmen, die über keine eigene Robotik-Abteilung verfügen. Diese niedrigere Einstiegshürde macht sie besonders attraktiv für Anwendungen mit wechselnden Produkten, kleinen Losgrößen oder dynamischen Produktionsumgebungen.

Ein anschauliches Beispiel aus dem HESSE-Portfolio ist der Einsatz eines Cobots für Pick-and-Place-Aufgaben. In Kombination mit einem modularen Arbeitstisch, einem speziell angepassten Greifer und einer sicheren, CE-konformen Sensorik entsteht ein Gesamtsystem, das repetitive Aufgaben mit hoher Wiederholgenauigkeit ausführt – ohne Ermüdung, rund um die Uhr. Gerade in Anwendungen mit Mehrschichtbetrieb zeigt sich das wirtschaftliche Potenzial solcher Lösungen besonders deutlich.

 

Wann lohnt sich insbesondere die Investition in einen Cobot?

Die individuelle Kalkulation nach Anwendungsfall

Die Kosten eines Cobots lassen sich nicht pauschal beziffern, da sie maßgeblich vom konkreten Anwendungsfall, der Aufgabenkomplexität und den zu integrierenden Komponenten abhängen. Sowie der Größe, dem Payload und der Reichweite des jeweiligen Roboters. Jedoch stellen wir in der Praxis fest, dass die Kosten der Roboter häufig ein Drittel der Gesamtkosten des Projekts betragen, während die restlichen zwei Drittel auf Planung, Entwicklung, Montage, Integration, Greifertechnik, der Applikation am End-of-tool des Roboters, Kamerasystemen Roboter Gestellen und der CE-konformen Dokumentation sowie der Risikobewertung und Inbetriebnahme entfallen.

Neben dem Grundsystem beeinflussen insbesondere Faktoren wie Greifertechnik, Sensorik, Software-Schnittstellen, die zu erfüllenden Sicherheitsanforderungen sowie die nötige Integrationsleistung die endgültige Kalkulation. Oft herrschen hier auch von Branche zu Branche unterschiedliche Anforderungen.

Ein praxisnahes Beispiel: HESSE realisiert regelmäßig automatisierte Palettierlösungen, bei denen Cobots unterschiedliche Verpackungseinheiten zuverlässig auf Paletten stapeln. Durch die Kombination aus anpassbaren Greifern, intelligenter Steuerung und flexibler Anbindung an bestehende Logistiksysteme entstehen Lösungen, die sich ideal an wechselnde Produktformate und -größen anpassen lassen. Diese Art von Automation entlastet nicht nur Mitarbeitende von körperlich anstrengenden Tätigkeiten, sondern steigert auch die Prozessgeschwindigkeit und verringert das Fehlerpotenzial im Ablauf. Neben dem Palettieren gilt das selbstverständlich auch für Aufgaben wie Montieren, Schweißen, Be- und Entladen sowie alle einschlägigen Fertigungs- und Kommissionierprozesse, die in modernen Unternehmen ausgeführt werden.

Auch in der Qualitätssicherung entfaltet dieser Robotertyp seine Stärken: In Verbindung mit automatisierten Prüfadaptern können Cobots komplexe Testsequenzen selbstständig durchführen, dokumentieren und bewerten – etwa in der Elektronikfertigung oder Medizintechnik. Der Mehrwert entsteht hier nicht nur durch den reduzierten Personalbedarf, sondern vor allem durch die konstante Prüfqualität, die manuell kaum erreichbar wäre.

 

Cobots als Teil einer strategischen Automatisierung

Ganzheitlich wirtschaftlich denken: Langfristiger Nutzen statt kurzfristiger Ersparnis

Wer die Anschaffung eines Cobots erwägt, sollte die Betrachtung nicht auf den einmaligen Investitionsbetrag beschränken. Denn die langfristige Wirtschaftlichkeit ergibt sich vor allem durch die Flexibilität, Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit solcher Systeme. Gerade bei Produktionsumgebungen mit hohem Variantenreichtum oder kurzen Produktlebenszyklen bieten Cobots entscheidende Vorteile gegenüber starr ausgelegten klassischen Industrierobotern.

Darüber hinaus profitieren Anwender von der Möglichkeit, die Systeme bei Bedarf unkompliziert umzurüsten oder neu zu programmieren, ohne auf externe Spezialisten angewiesen zu sein. Dies reduziert nicht nur Kosten, sondern erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit im Betrieb – ein Aspekt, der in Zeiten dynamischer Märkte immer wichtiger wird.

Weitere Vorteile bestehen in einer erhöhten Flexibilität durch gesteigerte Produktionskapazitäten und in der Möglichkeit, die Roboter-Technik bei minimalen Rüstzeiten vollständig autonom arbeiten zu lassen – was bei entsprechend hoher Materialbevorratung auch über Nacht reibungslos funktioniert.

Ein typisches Beispiel aus dem HESSE-Umfeld: Ein kollaborativer Roboter wird zur Maschinenbeschickung eingesetzt, indem er Werkstücke präzise positioniert und nach der Bearbeitung entnimmt. Die Aufgabe ist technisch durchaus komplex, doch durch die modulare Gestaltung, die durchdachte Greiferlösung und die einfache Programmierbarkeit entsteht ein System, das zuverlässig läuft und bei Bedarf jederzeit erweitert oder angepasst werden kann.

Der passende Robotertyp für moderne Fertigungsumgebungen

Der Cobot als Investition in die Zukunft Ihres Unternehmens

Industrieroboter und insbesondere Cobots eröffnen Unternehmen vielfältige Möglichkeiten zur Automatisierung – sei es in der Montage, der Prüfung, der Verpackung oder im Materialhandling. Die Anschaffungskosten sind dabei nur ein Teil der Gesamtbetrachtung. Entscheidend ist die Frage, welcher Robotertyp für welche Aufgabe den größten Nutzen stiftet – technologisch wie wirtschaftlich.

Cobots überzeugen durch einfache Programmierung, schnelle Integration, geringere Sicherheitsanforderungen und eine hohe Wiederholgenauigkeit bei zugleich verbesserter Qualität. Damit sind sie mehr als nur eine kostengünstige Alternative zu klassischen Robotern – sie sind ein eigenständiger Bestandteil moderner, flexibler Fertigungsstrategien.

Mit den maßgeschneiderten Robotiklösungen von HESSE Vorrichtungen und Fertigungstechnik erhalten Unternehmen nicht nur hochwertige Hardware, sondern komplette, durchdachte Systeme – von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung in Ihrer Produktion.

 

Sie denken über die Automatisierung mit vollautonomen Industrierobotern oder kollaborativen Robotern nach?

Auf der Basis bewährter Technologien, wie etwa von unserem Partner Universal Robots, entwickeln wir gern auch für Ihr Unternehmen ein rundum kunden- und bedarfsorientiertes System.

Sprechen Sie mit uns – wir analysieren Ihre Prozesse, zeigen individuelle Potenziale auf und begleiten Sie lückenlos von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme Ihrer innovativen Automatisierungslösung!

Ihr Kontakt zu Hesse